750 Jahre Wappen NenningenSo ganz nebenbei taucht der Name des Lautersteiner Teilorts Nenningen erstmals in einer Urkunde vom 7. März 1270 auf.

Am jenem Tag versammelte sich eine Reihe von Männern in Kuchen an der Fils direkt unter der Burg Spitzenberg. Der Zweck der Zusammenkunft bestand darin, einen Verkauf unter Dach und Fach zu bringen. Schon im Mittelalter gab es für den Ablauf eines solchen Rechtsgeschäftes ein allgemein anerkanntes Verfahren, um Rechtssicherheit für alle beteiligten Seiten zu erlangen.

 

Das Vorgehen lief immer nach demselben Muster ab. Wenn sich Käufer und Verkäufer über sämtliche Punkte des Handels geeinigt hatten, ließen sie darüber eine Urkunde ausarbeiten Darin waren sämtliche Vertragsbedingungen festgehalten. Dann lud man eine Reihe befreundeter Männer ein, denen der Vertragsinhalt zur Kenntnis gebracht wurde. Ihren Namen vermerkte man dann als Zeugen des Geschäfts auf der Urkunde. Wenn sie dann auch noch ein eigenes Siegel besaßen, forderte man sie auf, dieses gemeinsam mit denen der Vertragsparteien an die Urkunde zu hängen.

Genau zu einem solchen Rechtsgeschäft hatte der damals amtierende Kuchener Dorfherr und Besitzer der Burg Spitzenberg, Graf Ludwig II., vor 750 Jahren eingeladen. Er war mit seiner Schwester Agnes Gräfin von Aichelberg übereingekommen, dass er ihr in Süßen drei und in Kuchen zwei große Anwesen verkaufen wollte. Innerhalb seiner Familie hatte er für diesen Verkauf schon die Zustimmung seines Sohnes Eberhard eingeholt. Nun benötigten die Geschwister Ludwig und Agnes nur noch die Zustimmung der Zeugen auf ihrer Urkunde.

Ihrer Einladung nach Kuchen waren die beiden Geistlichen Roger von Adelberg und Walter von Süßen, sodann der Ritter Friedrich von Böhringen, die beiden Ortsadeligen Gosoldus von Überkingen und Gebhard von Nenningen sowie der Kuchener Schultheiß Ulrich gefolgt. Es siegelten Graf Ulrich von Helfenstein, Domprobst Ludwig von Augsburg und Heinrich von Neifen. Soweit zu den Vorgängen im März 1270 in Kuchen.  

Die gerade näher erklärte Urkunde liegt heute im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart. Für den früheren Ort Nenningen im Lautertal besitzt sie eine besondere Bedeutung. Mit dem Ortsadeligen Gebhard von Nenningen wird erstmals dieser Ortsname überhaupt schriftlich erwähnt. Aus diesem Grund kann der Ortsteil Nenningen der Stadt Lauterstein dieses Jahr sein 750jähriges Jubiläum feiern.

Die Urkunde ist der Anlass für die diesjährigen Festlichkeiten und Veranstaltungen im Verlauf des Jahres 2020.

Dazu hat sich die Stadt Lauterstein vielseitige Veranstaltungen einfallen lassen.

21. März 2020 Benefizkonzert 750 Jahre Nenningen mit dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg > Verschoben auf 4. Dezember 2020
29. März 2020 Ausstellungseröffnung „BILDWORTE“
01. Juni 2020 Aussstellung historische Postkarten Nenningen und Umgebung
21. Juni 2020 Bergmesse auf dem Kreuzberg
 13. Sept. 2020  Jubiläumshock an der Kreuzberg- und Gemeindehalle mit den Vereinen
 24. Okt. 2020  Festabend -musikalisch umrahmter historischer Festabend mit Vortrag

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